Lösegeld ächten: Schon eine ziemlich alte Idee

Gestern habe ich in der Süddeutschen gelesen, dass die G-8-Staaten   Lösegeldzahlungen ächten wollen. Piraten, Terroristen und ähnliche Raubritter des 21. Jahrhunderts sollen nicht mehr damit rechnen können, dass Regierungen und Unternehmen ihre entführten Staatsbürger/innen bzw. Mitarbeiter mit hohen Lösegeldern freikaufen.

Die ältesten Nürnberger „Polizey“-Ordnungen aus dem 13./14. Jahrhundert waren auch schon so weit.

„Ez habent auch geboten meine herren richter, rat, schöffen und genannten: Wenn einer unserer purger gevangen wirt, daz sich der niht höher soll lösen denn umbe dreizehn haller, und daz ihn auch niemand anders höher auslösen soll. Wer das übertritt, der soll der Stadt genausoviel Geld geben, wie er dem Entführer über die 13  Haller hinaus gegeben hat, und er soll der Stadt mit seinem Leib und Gut dafür haften.“

Aha. Die Idee, liebe G-8-Regierungen, ist schon alt. Ob sie durchsetzbar ist, und ob sie damals durchsetzbar war, und ob das wirklich hilft, sei dahingestellt.

4 Gedanken zu “Lösegeld ächten: Schon eine ziemlich alte Idee

  1. Hui, die alten Tatorte gibts auf Youtube? Danke für den Tipp! Und was da richtig ist… ich denke, die Ächtung wird sich faktisch nicht durchsetzen lassen, und in Nürnberg von sechshundert Jahren klappte das wahrscheinlich auch nicht.

  2. „Die Ächtung wird sich nicht durchsetzen lassen“, weil Menschen an ihren Lieben hängen und es einfach nicht aushalten nichts zu tun. Da hat sich in sechshundert Jahren nichts geändert.

    • ..in Italien werden in Entführungsfällen alle Konten der betroffenen Familie eingefroren, angeblich hat das Erfolg. Aber ich denke auch, dass – damals wie heute – die Familien alle Hebel in Bewegung setzen, um ihre Angehörigen da rauszuholen.

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