Auberlin

Ich bin der Lehrbub im Handelshaus Paumer, der Albrecht, genannt Auberlin.

Den Namen habe ich aus Augsburg mitgebracht, da komm ich nämlich her. Ich wollte natürlich nach Venedig in die Lehre wie meine Brüder, aber dafür hat Vaters Geld nicht mehr gereicht. Letztes Jahr ist vor Zypern eine Galeere gesunken, an der wir Anteile hatten. Aus der Traum.

Linhard hat aber versprochen, wenn ich mich gut anstelle, nimmt er mich im nächsten Sommer mit nach Venedig, Orientwaren einkaufen. Da freu ich mich schon. Wenn du noch nie in Venedig gewesen bist, hast du keine Ahnung von der Welt, das sagen alle.

Eigentlich hab ich es hier bei den Paumers ganz gut getroffen, wir handeln mit Messern und Klingen und Dolchen und so, und mit ein bisschen von allem, aber das meiste sind Messer. Mann, ich hab vorher noch nie drüber nachgedacht, wie viele verschiedene Messer es gibt und wo die alle herkommen. So viele Messer!

Mein bester Freund ist der Barthel, vom Tucher der Pferdeknecht. Der Barthel weiß alles, was in der Stadt los ist, und dann noch ein wenig mehr. Uns entgeht nichts, dem Barthel und mir.

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