Die Geschichte

Nürnberg 1489:

Amerika ist noch nicht entdeckt, die Katholische Kirche hat noch keinen Mitbewerber (Martin Luther ist gerade erst sechs Jahre alt geworden), die Syphilis hat dem Spaß in den Badehäusern noch nicht den Garaus gemacht. Aber all das wird nicht mehr lange dauern. Wir sind an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit.

Nürnberg ist einer der wichtigsten Handelsplätze in ganz Mitteleuropa, eine stolze Kaiserstadt hinter uneinnehmbaren Mauern. Die Fernhandelskaufleute verkaufen die Handwerksprodukte der Stadt in die ganze damals bekannte Welt. „Nürnbergisch geschaut gerecht gut!“  steht auf Harnischen, Messerklingen, Zirkeln und Gewürzsäcken  –  ein Qualitätsbeweis von Venedig bis Saragossa und Nowgorod.

Die Stadt wird von einer kleinen Schicht reicher Kaufleute zum Wohl aller Bürger gerecht und umsichtig regiert – »Ein weiser Rat, ein gehorsame Gemein«, wie der Spruchdichter Hans Rosenplüt schreibt.

Oder?

Hannes Paumer, Sohn einer (nicht besonders reichen) Nürnberger Kaufmannsfamilie, kehrt nach zehn Jahren zurück in seine Heimatstadt. Mit dem Blick eines Fremden schaut er auf seine Stadt, und es zeigt sich schon bald, dass er „seiner Familie und uns noch genug Scherereien bereiten wird“, wie es Ratsherr Stainlinger ausdrückt.

Ihr könnt Hannes, seine Familie, seine Freunde, Feinde und Rivalen hier in diesem Blog begleiten.

Wie man das hier liest:

  • Wie einen Blog, um zu hören, was es Neues gibt  – über die aktuellen Postings.
  • Wie ein Tagebuch – indem man einer einzelnen Person folgt, z.B. der Weinhändlerin Alit oder Linhard, dem großen Bruder von Hannes.
  • Über die Themen in der Schlagwort-Wolke –  wenn ihr z.B. wissen wollt, was es mit dem Baumeisterbuch auf sich hat oder wie das war mit dem internationalen Ochsenhandel im Mittelalter.
  • Im Schreibkämmerlin berichte ich, was ich in den Chroniken, den Quellen und der Sekundärliteratur finde und was ich mir dazu denke.

Da dies hier ein Blog ist, könnt ihr selbstverständlich überall mitreden und kommentieren.

Credits für die Portraits:

  • Linhard: Sailko auf Wikmedia Commons unter Verwendung eines Bildes von Hans Suess von Kulmbach
  • Hannes: Hans Baldung Grien
  • Auberlin: sage ich nicht. Verraten wird nur, dass der Maler wirklich Albrecht hieß!
  • Alit: Georg Pencz, einer der berüchtigten Gottlosen Maler von Nürnberg
  • Matthis: Hans Schäufelein
  • Sixtus Wiehr: Hans Baldung Grien