Lösegeld ächten: Schon eine ziemlich alte Idee

Gestern habe ich in der Süddeutschen gelesen, dass die G-8-Staaten   Lösegeldzahlungen ächten wollen. Piraten, Terroristen und ähnliche Raubritter des 21. Jahrhunderts sollen nicht mehr damit rechnen können, dass Regierungen und Unternehmen ihre entführten Staatsbürger/innen bzw. Mitarbeiter mit hohen Lösegeldern freikaufen.

Die ältesten Nürnberger „Polizey“-Ordnungen aus dem 13./14. Jahrhundert waren auch schon so weit.

„Ez habent auch geboten meine herren richter, rat, schöffen und genannten: Wenn einer unserer purger gevangen wirt, daz sich der niht höher soll lösen denn umbe dreizehn haller, und daz ihn auch niemand anders höher auslösen soll. Wer das übertritt, der soll der Stadt genausoviel Geld geben, wie er dem Entführer über die 13  Haller hinaus gegeben hat, und er soll der Stadt mit seinem Leib und Gut dafür haften.“

Aha. Die Idee, liebe G-8-Regierungen, ist schon alt. Ob sie durchsetzbar ist, und ob sie damals durchsetzbar war, und ob das wirklich hilft, sei dahingestellt.

Status

Heruntergekommene Strauchdiebe, Schläger und Raubgesindel, das sind sie, unsere Herren vom Adel. Wenn sie die letzte Fuhre Korn und das letzte halbverhungerte Schwein aus ihren Bauern herausgepresst haben und es immer noch nicht reicht für ein standesgemäßes Streitross und einen Harnisch für den nichtsnutzigen Ältesten, was machen sie dann? Finden irgendeinen durch und durch lächerlichen Vorwand, schreiben der Stadt Nürnberg einen Absagebrief und nehmen sich künftig das Recht heraus, Nürnberger Kaufleute zu überfallen. Das kostet uns ein Vermögen an Geleitgeldern, und erst recht an Lösegeld für uns und unsere Waren, wenn es schiefgeht. Diebsgesindel. Was tun die jemals wirklich, außer Bauern schikanieren? Kämpfen? Das haben wir im letzten Krieg gesehen, wie die kämpfen. Bauerndörfer anzünden, ja, da sind sie groß.

Und einer dieser Kerle schlägt mitten in der Stadt meinem Bruder ein halbes Dutzend Rippen ein. Auf dem Markt, während der Heiltumsweisung, vor aller Augen, aus Feigheit, weil er wie ein kleines Kind Angst hat vor ein paar Dachziegelchen und es ihm egal ist, wen er in seiner Angst um sein liebes Leben niedertrampelt.  Unser Wehrstand. Jeder Bauer auf seinem Misthaufen ist mir lieber als diese –

„Linhard“, sagt Hannes, „trink noch einen Schluck. Du wirst die Welt nicht ändern, nicht so schnell, aber wenn meine Rippe wieder heil ist, dann machen wir das gemeinsam, du und ich, in Ordnung? Aber jetzt reg dich ab.“

Hannes.