Trauriges Ende des Stadtknechts Kontz Löffel

Ich komme gerade aus dem Stadtgraben. Ich habe geholfen, die Leiche des Stadtknechts Kontz Löffel heraufzutragen; der Kontz ist heute nacht aus seinem Turm gestürzt und hat sich das Genick gebrochen. Er riecht noch immer nach Branntwein.

Er war noch ein junger Mann und unter den Stadtknechten der übelste nicht. Mit dem Kontz Löffel konnte man reden. Wir haben ihn ins Haus seiner Mutter auf der Lorenzer Stadtseite gebracht; die Frau hat geschrien und geschrien.

Der Herr sei seiner Seele gnädig.

Der Stadtknecht Kontz ist aus seinem Turm gefallen

Heute morgen gab es hier im Egidienviertel ein großes Geschrei, die halbe Stadt ist zusammengelaufen: der Stadtknecht Kontz Löffel ist von seinem Turm herunter in den Stadtgraben gefallen. Natürlich ist er tot, es ist der Fröschturm und der Graben ist an der Stelle 40 Schuh tief, wenn nicht tiefer. Ich habe die Leiche gesehen, der Kopf war ganz nach hinten verdreht, das sah schauderhaft aus. Die Zunge ist ihm auch herausgehangen.

Die Leute sagen, er war betrunken. Das stimmt wahrscheinlich, der Kontz war meistens blau, sogar sonntags zur Messe. Der Barthel sagt, das kommt daher, dass der Kontz ein siebtes Kind war. Die vertragen alle nichts.